KUNST MIT HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT

gockel

Grazil und leichtfüßig ragen acht Engel am Kamener Kreuz (A1/A2) empor. Es wirkt, als wollten sie jeden Moment vom Boden abheben und den gelben Hubschrauber zu seinem nächsten Einsatzort bringen. Als Autofahrer kann man sich selbst bei hoher Geschwindigkeit der Faszination dieses Anblicks kaum entziehen. Schöpfer dieser Skulptur ist der Lüdinghauser Künstler Alfred Gockel.

Das 50-jährige Jubiläum der Helikopterstaffel „Gelber Engel“ stand bevor, und der ADAC suchte nach einem Künstler, um die außerordentliche Arbeit der himmlischen Retter gekonnt in Szene zu setzen. So kam es, dass der damalige Pressesprecher des ADAC, der in Seppenrade beheimatet ist, sich an Alfred Gockel wandte, um ihn als Jurymitglied für die anstehende
Ausschreibung zu gewinnen.

A. Gockel freute sich, das Vorhaben mit seiner Erfahrung als international bekannter Künstler und ehemaliger Kunstdozent zu unterstützen. Er erarbeitete die Anforderungen, die ein solches Kunstwerk erfüllen muss: Beständigkeit, Statik und vor allem die Umsetzbarkeit. Im Zuge dieser Vorbereitungen entstanden auch Entwürfe, die er dem ADAC als Grund-

lage zur Verfügung stellte. Der ADAC war begeistert, und es stand schnell fest, dass man den ausführenden Künstler bereits gefunden hatte.

Nun galt es, den 1,8 Tonnen schweren Hubschrauber auf sichere Engelsflügel zu hieven. Der Aufbau des Kunstwerks musste in der Nacht vom 8. September 2011 vollzogen werden, damit es zu keinen großen Behinderungen auf der Autobahn kam.

Schwere Sattelschlepper brachten die Engel und den Hubschrauber. Zuerst wurden die Engel mithilfe eines Gerüsts montiert. Später wurde der Hubschrauber durch einen Spezialkran aufgesetzt. Alles war bis ins kleinste Detail geplant.

„Durch die Skulptur am Kamener Kreuz haben sich weitere Türen für mich geöffnet“, berichtet Gockel. Seit Kurzem verschönert ein weiteres filigranes Kunstwerk aus Cortenstahl die Abfahrt Münster-Hiltrup: Zwei stilisierte Engel weisen auf einer rund sieben Meter hohen, geschwungenen Stiege ins angrenzende Industriegebiet. Mit der Gemeinde Ascheberg gibt es erste zarte Gespräche, dass auch dort ein ähnliches Kunstwerk mit Signalwirkung für das Münsterland entstehen soll. Alfred Gockels künstlerisches Schaffen ist vielfältig. „Qualität kommt von Quälen!“, lautet sein Anspruch. Einfach nur in seinem Atelier zu stehen und zu malen reicht ihm nicht: „Kunst soll Ausdruck der Gesellschaft sein, Gegenwart und Vergangenheit widerspiegeln.

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